Freundschaftsbesuch in Kunovice (LKKU) und Perov am 09. Mai 2009
Ein Bescuh bei den Nachbarn war am 09. Mai angesagt. Mit dabei Benno Beran, Franz List und Johann Kerschabum. Da Benno
am Boden ebenso zuverlässig wie in der Luft navigiert, erreichten wir nach rund zwei Stunden Fahrt die tschechische Luftfahrt-
Hauptstadt Kunovice in Mähren. Geburtsort legendärer Flugzeuge wie der Turbolet und der Blanik. Gebaut wurde hier auch der
Jettrainer Delfin und das Agrarflugzeug Chmelak (Eichhörnchen).
Empfangen wurde die kleine AAM Delegation von Frantisek Srnec, dem ehemaligen Cheftestpiloten der Firma LET und Frau
Vizebürgermeister Mag. Ivanka Majickova. Nach einem ausgiebigen Frühstück in der “OK-Bar” des ansässigen Vereins AK
(Aeroklut) Kunovice stand eine Besichtigung des sehenswerten Luftfahrtmuseums auf dem Programm. Gegründet wurde es im
Jahr 1984 von Frantisek Srnec - seinem Freund Alois Hracek und einigen anderen Enthusiasten. In der kommunistischen Ära, war
das kein leichtes Unterfangen. Zu sehen sind unter anderem verschiedene Versionen der Delfin, eine der seltenen Fotogrammetrie
- Versionen der Iljuschin (Avia) 14. Leicht erkennbar an ihren markanten, eiförmigen Rumpfbug. Eine wunderschön restaurierte
YAK-11, verschiedene Vorserienmuster der LET-410 und einer der LET-610 Prototypen. Dieser Typ ging übrigens nie in Serie.
Sowie diverse andereFlugzeuge tschechischer und sowjetischer Bauart. Unter anderem, dank der guten Lage, unübersehbar
unmittelbar neben der Staatsstraße hat sich das Museum zu einer beliebten Touristenattraktion entwickelt. Frantisek Srnec hatte
anschließend für alle drei Gäste Flüge mit einem privaten Zlin-Trainer organisiert. Sowohl für die beiden Profis Benno und Franz,
als auch für Laien Johann, ein nicht alltäglichles Flugerlebnis. PIC Vladimir Puk zeigte den dreien was in der 50 Jahre alten
Maschine noch steckt. Nebenbei erlebten die drei die frühsommerliche mährische Landschaft aus einer ganz besonderen
Perspektive.
Geburtstag feiern und “L 200 Moravan” fliegen stand nach einem herrlichen Mittagessen am Nachmittag auf dem Programm.
Petr Navratil, Dirketor des Nachbarflughafens Prerov, Besitzer einer Flugschule und früherer Boeing 737-Kapitän, feierte seinen
60er. Dazu lud er auf Bitten von Franta Srnec das AAM-Team spontan ein, nachdem die L 200 in Kunovice aus technischen
Gründen ausgefallen war. Die erste Überraschung wartete vor der Halle in Prerov. Etliche SU 7 in bestem Zustand warteten auf
Käufer. Der Preis von 140.000 Euro überschreitet leider das AAM-Budget. Aber ein Flug mit der mittlerweile selten gewordenen
Moravan, einer Kolben-Twin mit H-Leitwerk, aus den frühen 60ern ist auch keine schlechte Alternative. Der Fünfplätzer bietet auf
der Rückbank auch sehr großen Menschen wie Johann (2,02m) ausreichend Fußfreiheit und natürlich 60er Feeling pur.
Prerov ist einer der wenigen tschechischen Plätze, die zivil und militärisch genutzt werden. Genau wie Kunovice bietet er sich
für Piloten aus Ostösterreich als Ziel für einen Tages- und oder Wochenendausflug mit der Familie und Freunden an.
Der Tag endete mit einer gemütlichen Jause bei Franta Srnec und seiner Gattin Marija. Franta weiß viel zu erzählen. Unter
anderem von Vorführungen der Chmelak vor Fidel Castro, Überführungen der Turbolet nach Brasilien oder von “Untaten” mit der
Blanik, die er in jungen Jahren angestellt hatte.
Lieber Franta, lieber Petr, herzlichen Dank an euch und eure Freunde für einen wunderbaren Tag. Es ist sicher wieder ein kleiner
Beweis dafür, dass das was einst zusammengehörte, wieder zusammenwächst. Vor ziemlich genau 20 Jahren hat das begonnen.
Persönliche Bemerkung des Verfassers: Vor 19 Jahren bin ich bei einem Tagesausflug durch einen freundlichen tschechischen
Polizisten auf das Luftfahrtmuseum in Kunovice mit Alois Hracek, Zdenek Svoboda, Franta Srnec, Stanislav Sklenar und ihren
Mitstreitern gestoßen. Die Zeit war im Kleinen und Großen von starken Veränderungen geprägt. Doch der Geist der Fliegerei hat
vom 1. Augenblick an alle Grenzen überwunden. Die waren bei “normalen” Menschen nie so stark ausgeprägt wie das manchmal
publiziert wurde. Auch wenn´s geographisch nicht ganz stimmt. Von der Zeit “Wie Böhmen noch bei Österreich war ...” davon
schwärmen in beiden Ländern noch viele Menschen.
(Johann Kerschbaum)
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